faust gymnasium

Finstererlebnis

Am Dienstag, den 21.02.2017 machten wir, die Klasse 7c, einen Ausflug nach Freiburg, um dort zu erleben, wie es ist, wenn man blind ist.

Mit dem Zug ging es nach Freiburg und nach 45 Minuten waren wir auch schon da.

Als Erstes trafen wir Herrn Kathrein. Er ist ein Blinder, der seit seinem 3. Lebensjahr nicht mehr sehen kann. Er teilte uns in zwei große Gruppen ein und erklärte uns den Tagesplan. In meiner Gruppe sollten wir uns zu zweit gruppieren und Brillen anziehen, durch die man nicht sehen kann. Es war jedoch nur einer, der die Brille anzog, und das war ich. Der Partner sollte einen führen und das war in meinem Fall Marlene. Es gab sehr viele Momente, wo ich Angst hatte, z.B. da, wo ich über die Bahngleise musste. Weil ich mich mit verbundenen Augen mehr auf meinen Gehörsinn konzentrierte, hatte ich die ganze Zeit Angst, es könnten Straßenbahnen vorbeifahren, die ich ständig von Weitem hörte. Marlene und ich gingen zuerst in die Drogerie Müller und kauften Gummibärchen. Ich sollte im Laden durch Tasten erraten, um welche Sorte es sich jeweils handelte. Danach haben wir die Rollen getauscht. Ich habe Marlene in den dm und in den Kaufhof geführt. Im dm sollte sie herausfinden, wonach die verschiedenen Shampoos riechen. Auch auf den Rolltreppen hatten wir viel Spaß. Nach etwa einer Stunde wurden die Gruppen getauscht. Nun lief die andere Gruppe durch die Stadt und unsere ging mit Herrn Kathrein in einen stockdunklen Raum. Dort haben wir viele verschiedene Sachen gemacht. Erst mussten wir einen großen Kreis bilden und uns einen Ball mit einer Glocke drin zuspielen. Das alles hat sehr viel Zeit gebraucht. Anschließend musste jeder ein Boot aus einem Blatt Papier falten. Das war schwer, vor allem für die, die es noch nicht konnten. Am Ende sollten wir noch eine Postkarte schreiben. Danach wurde das Licht im Raum angemacht und nun konnten wir alles sehen, was wir vorher nur hatten ertasten können. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie blinde Menschen in so einer Dunkelheit leben können. Ich hatte mir zum Beispiel den Raum ganz anders vorgestellt, als er in Wirklichkeit war. Zum Schluss hat sich die ganze Klasse wieder versammelt. Dann haben wir Herrn Kathrein richtig viele Fragen gestellt. Er hat uns sehr viel erzählt, was mich ziemlich erstaunt hat. Was ich aber am besten fand, war das, was er uns alles über sein Handy erzählt hat, und wie er uns aus einem Buch in Blindenschrift vorgelesen hat, nämlich richtig schnell. Am Schluss haben wir uns von ihm verabschiedet und sind wieder zum Faust-Gymnasium zurückgekehrt.

Das war einer der besten Schultage in diesem Jahr!