faust gymnasium

Leben in der SED-Diktatur

Vorderes Sperrelement, ein Minenfeld, Signalzaun, Wachtürme, KFZ-Sperrgraben und schließlich die Hinterlandmauer. Heute kaum mehr vorstellbar, doch noch tief verankert in den Köpfen vieler Menschen. Einer von Ihnen ist Hartwig Kluge, Gasthörer der Universität Freiburg und Bürger der ehemaligen DDR. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend hinter dem Grenzstreifen, welcher Ost-Berlin vom Rest der Welt abgrenzte.


Herr Kluge erweist dem diesjährigen Abiturjahrgang des Faust-Gymnasium Staufen, die Ehre, als Zeitzeuge von seinen Erlebnissen zu Zeiten der DDR zu berichten. Menschen werden ihrer Identität beraubt, werden zu Nummern, denn wer sich dem politischen System der SED widersetzt, gar versucht ihm zu entfliehen, muss mit der Verhängung von Strafen, wie der Einweisung in ein Zuchthaus, rechnen.


Auch die Ungewissheit darüber, im Umfeld Spitzeln der Staatssicherheit, genannt „StaSi“, ausgesetzt zu sein, teilweise in der eigenen Familie, gehörte zum Alltag. 7 km Stasi-Akten, alleine für Kluges Heimatort Halle an der Saale, sprechen eine deutliche Sprache. Kommunikation, über die Grenze hinaus, kaum möglich. Herr Kluge berichtet von seiner erfundenen „Tante Martha“, welche es ihm mittels Ansichtskarten ermöglichte mit seinen Freunden im Westen zu kommunizieren.


Das Ende der DDR - der Grundstein dessen, was wir heute kennen: Ein demokratisches Deutschland, welches jedem Menschen den Wert der Freiheit vermittelt. Reisen können, mobil sein, mitreden und mitentscheiden. Herr Kluge, der weiß, wie es ist, der Freiheit beraubt zu sein, gibt uns Abiturienten mit auf den Weg: wir sollten die Welt erkunden und uns unserer Freiheiten bewusst sein, denn „Deutschland ist nicht der Nabel der Welt.“